Manifest 1989
 der Landsmannschaft Westpreußen

Siebzig Jahre  nach dem Friedensschluß von Versailles, durch den Westpreußen gevierteilt wurde, fünfzig Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, vierzig Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland und ebenfalls vierzig Jahre nach Gründung der Landsmannschaft Westpreußen erklären wir:

  • Wir erneuern unser Bekenntnis zu unserer Heimat.
     
  • Wir weisen auf die 750jährige deutsche Geschichte Westpreußens hin und auf die Leistungen unserer Vorfahren in ihrer europäischen Bedeutung.
     
  • Wir beklagen das Ende einer friedlichen Entwicklung an der unteren Weichsel, an Brahe und Nogat. Das nachbarschaftliche Miteinander der Bevölkerung wurde durch Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes im Versailler Vertrag und durch nachfolgende nationalistische Aktionen schwer belastet.
     
  • Wir gedenken der Toten des Zweiten Weltkrieges, die durch Gewalt, Kampfhandlungen, Flucht und Vertreibung ihr Leben lassen mussten, gleich welcher Nation sie angehörten.
     
  • Wir richten unseren Blick in die Zukunft und wiederholen unsere mehrfach bekundeten Grundsätze und Anliegen:
     
    • Herstellung der staatlichen Einheit Deutschlands, wie es das Grundgesetzt gebietet.
    • Verwirklichung der Menschenrechte für alle in Westpreußen lebenden Deutschen.
    • Verständigung mit dem polnischen Volk auf der Grundlage von Recht, Wahrheit und gegenseitiger Achtung.
    • Gestaltung der Zukunft durch neue Formen des Zusammenlebens der Völker auf Grundlage des Selbstbestimmungsrechtes, eines alle Interessen berücksichtigenden Volksgruppenrechtes und des Rechtes jedes einzelnen Menschen auf seine angestammte Heimat.
       
  • Wir bekennen uns zu einem geeinten, freiheitlichen und rechtsstaatlichen Europa.
     
  • Wir streben den Frieden an, der sich auf ausgeglichene vertragliche Regelungen stützt und dem Wohle aller europäischen Völker dient.
  • Münster, 11, Juni 1989

    Der Bundesvorstand

    Odo Ratza