Entschließung der Landsmannschaft Westpreußen zur Osterweiterung derEuropäischen Union


Wir Westpreußen sind heimatbewusst in unserem Denken und Fühlen, in unserer

Zukunftsorientierung denken wir als Deutsche europäisch!

  • In der Präambel unserer Satzung heißt es: “Die Landsmannschaft Westpreußen will ihren Beitrag zur Völkerverständigung und zur Weiterentwicklung der europäischen Integration leisten”. Diese programmatische Zielsetzung ist uns weiterhin Verpflichtung. Mit ihr befinden wir uns in voller Übereinstimmung mit dem in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950 erklärten Bekenntnis zu Europa.
  • Polens Beitritt in die Europäische Union steht bevor, die Aufnahmeverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Wir Westpreußen erhoffen von der Aufnahme Polens, dass unsere Heimat, das Land an der unteren Weichsel, uns näher rückt und insgesamt enger in die europäische Gemeinschaft der Völker eingebunden werden kann.
  • Wir Westpreußen begrüßen den Beitritt Polens in die Europäischen Union. Wir erwarten jedoch, dass die Rechtspositionen der deutschen Heimatvertriebenen, die wir gemeinsam mit den anderen ostdeutschen Landsmannschaften vertreten, ebenfalls in die Aufnahmeverhandlungen einfließen und auf der Grundlage der europäischen Werteordnung und der geltenden EU-Rechtsnormen zu einer befriedigenden Regelung geführt werden.
  • Wir bedauern, dass die Bundesregierung keine angemessenen Initiativen gegenüber der EU-Kommission entwickelt, die den berechtigten Anliegen der deutschen Heimatvertriebenen gerecht werden können. Der polnische Staatspräsident hat im Hinblick auf die Vertriebenenfrage von einer “Geste gegenüber dieser Gruppe” gesprochen , die zu einem “vernünftigen Dialog” zwischen Deutschen und Polen werden solle. Wir hoffen sehr, dass diese Signale mindestens in bilaterale Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen aufgenommen und in politisches Handeln umgesetzt werden.
  • Wir Westpreußen führen diesen deutsch-polnischen Dialog mit dem Ziel des Ausgleichs und der Verständigung zwischen beiden Nachbarvölkern.
  • Wir führen diesen Dialog auch über das Gremium des Ständigen Rates der ostdeutschen Landsmannschaften mit polnischen Sejm-Abgeordneten und weiteren Repräsentanten des öffentlichen und kulturellen Lebens in Warschau  und werden ihn fortsetzen.
  • Wir Westpreußen vertrauen auf ein Europa der Zukunft, in dem die Zielsetzungen des deutsch-polnischen Vertrages auf gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen unter Wahrung der beiderseitigen Interessen verwirklicht werden und beide Völker in einer erweiterten Europäischen Union friedlich miteinander leben.

    Herford, 11. Oktober 2002

    Für die Bundesversammlung

    Siegfried Sieg
    Bundessprecher

    Hans-Jürgen Schuch
    Stellv. Bundessprecher

    Hans-Jürgen Kämpfert
    Stellv. Bundessprecher