Vertreibungen sind
Menschenrechtsverletzungen


Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2005 erklärte die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen,
Erika Steinbach, MdB:

Bis heute stellen Vertreibungen noch immer ein Mittel der Politik dar. Dazu darf die Völkergemeinschaft nicht schweigen.

Vertreibungen sind Menschenrechtsverletzungen. Die internationale Völkergemeinschaft ist aufgerufen, wirksam dagegen einzuschreiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Nur so kann den Opfern ihre Würde zurückgegeben werden. Die Völkergemeinschaft darf nicht zulassen, dass die Opfer dem Vergessen anheim fallen.

Deshalb ist der Tag der Menschenrechte auch ein Tag des Gedenkens an die Opfer zurückliegender Vertreibungen. Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert der Vertreibungen. Diese begannen mit dem Völkermord an den Armeniern und betrafen bis Ende des Jahrhunderts allein in Europa über 35 Völker und ethnische Gruppen, darunter auch die Deutschen.

Vor 60 Jahren trafen die großen Vertriebenentransporte im Westen ein. 15 Millionen Deutsche wurden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben, acht Millionen erreichten das Gebiet der späteren Bundesrepublik, vier Millionen das der späteren DDR. Etwa 2,5 Millionen Deutsche kamen bei der Vertreibung ums Leben.

Ausgehend vom eigenen leidvollen Schicksal haben die im Bund der Vertriebenen organisierten Vertriebenen beschlossen, mit einem Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin ein Zeichen zu setzen, dass sich Menschenrechtsverletzungen wie Vertreibungen und Völkermord nie mehr wiederholen dürfen und geächtet werden.

Der Bund der Vertriebenen steht an der Seite aller Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Menschenrechte sind unteilbar.
(BdV
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